Unser Training - für Anfänger

Es muss bestimmt nicht an der BKH liegen, dass man sie trainieren kann. Allerdings denke ich, je früher ich lerne, umso einfacher lerne ich.

 

Mit 5 Monaten fing ich an die einfachsten Kommandos zu lernen. Meine Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen waren sehr groß, wodurch immer längere Trainingseiheiten möglich waren. Hatte ich keine Lust mehr, haben wir aufgehört. Aber meist endet das Training wenns noch Spaß macht, damit die Motivation erhalten bleibt. - das ist ganz wichtig!

 

Ab hier erzählt mein Frauchen Gaby:

Eine Katze kann akkustisch und optisch trainiert werden oder auch nur eines davon. Am Anfang fällt es der Katze leicht ein Handzeichen und ein Wort zugleich zu hören.

 

Die Entwicklung einiger Tricks kommt manchmal spontan und manchmal zeigt Maui auch, was er machen könnte, wodurch Varianten entstehen.

  

Komm

Zuerst solte die Katze auf ihren Namen geprägt werden.

Dazu ruft man nur ihren Namen. Kommt sie, bekommt sie eine kleines Leckerli.

Diese Übung sollte öfter durchgeführt werden, bis es gut sitzt.

 

Steigerung:

In ein anderes Zimmer gehen und nach der Katze rufen, danach wieder belohnen.

Kleine Schritte machen, nicht zu schnell die Entfernung erweitern. Das kommt aber natürlich auch auf die Katze an, wie schnell sie lernt.

      

Sitz

Als Handzeichen kann man hier den Zeigefinger zeigen und dazu "Sitz" sagen.

Steht die Katze vor Ihnen zeigt man ihr das Leckerli, indem man es hoch über ihren Kopf hält, wodurch die Katze nach oben schaut. Solte sie mit den Vorderpfoten nach oben springen, entziehen sie die Hand weiter nach oben. Sollte sich die Katze setzen, sofort die Belohnung reichen und loben.

Diese Übung erfordert, dass man nach jeder Übung aufsteht und sich etwas entfernt, damit die Katze wieder aufsteht. Danach kann die Übung wiederholt werden.

Sie sollten für den Anfang nicht öfter als 5x das Ganze wiederholen, sonst ist die Katze schnell gelangweilt und verliert das Interesse.

 



Die Großkatze

Eine leichte Übung, die jede Katze sofort verstehen wird.

Halten Sie die Belohnung hoch über die Katze. Ein Kommando kann angeboten werden wie "groß". Die Katze soll sich auf die Hinterpfoten aufrichten und das Leckerli holen. Achtung, bei zu viel Elan kann es passieren, dass die Katze mit ihren Krallen die Hand packt. Dafür sollte es keine Belohnung geben. Die Katze lernt so vorsichtig mit den Krallen umzugehen.

 

Diese Übung kann man gut im Wechsel mit Sitz machen

 

 

Spin/Kreis/Drehung

Noch eine ganz einfache Übung ist die 360° Drehung.

Dazu können Sie ein eigenes Wort wie "Spin" oder "Drehen" sagen. Das Leckerli wird der Katze, wenn sie gerade steht, im Kreis vorweg geführt, so dass sie folgt. Danach erhält sie die Belohnung.

Abwechslung bringt ein Richtungswechsel.

Nach einiger Zeit sollte die Katze durch die Handbewegung in einer Kreisform verstehen, was gewollt ist und führt die Drehung aus.

 

 

 

Beide Pfoten hoch

Diese Übung lernt die Katze auch schnell, weil sie gelernt hat, wenn sie dem Futter folgt, passiert etwas Gutes.

Der Katze wird der Unterarm dargeboten. Durch Zeigen der Belohung wie bei der Großkatze nur über den Arm, kommt sie und wird sich dadurch automatisch auf den Arm abstützen. Sie können dazu "Arm" oder etwas anderes sagen. Als optisches Zeichen wird die Katze schnell vertehen, wenn Sie den Arm hinhalten und darauf die Hand legen.

 

Abwandlung:

Die Übung kann auch gegen die Brust (wenn man sitzt) oder Beine (im Stand) geübt werden. Sie dient als gute Grundlage für High Five.

 

 

High Five

Das beliebte Gegenstück zum Pfote geben ist ein Stück einfacher.

Dazu wird ein Leckerli zwischen Daumen und Zeigefinger genommen und die restlichen Finger ausgestreckt. So wird der Katze eine Handfläche dargeboten. Die Katze sollte dazu sitzen.

Im ersten Schritt wird die Katze direkt auf das Ziel, die Belohnung, mit der Nase zu steuern. Dies wird sogleich belohnt. Wiederholen Sie dies wenige Male. Danach wird die Hand mit der Belohnung etwas höher gehalten. Dadurch wird sich die Katze mehr nach oben strecken und als Hilfe/Stütze die Pfote auf die Handfläche legen. Übung gelungen, die Katze erhält die Belohnung.

Wenn diese Lektion öfter wiederholt wird, weiß die Katze bald auch ohne Leckerli, dass sie die Pfote in die Hand legen soll.

 

Abwandlung:

Wechseln Sie die Hände bei dieser Übung.

 

 

Winken

Eine Steigerung zum High Five ist das Winken. Dafür sollte das High Five schon recht gut beherrscht werden.

Als Handzeichen kann der Katze eine winkende Hand mit den Kommando "Winken" oder "Hallo" angeboten werden.

Die Katze sitzt vor Ihnen. Nun wird die Handfläche wie beim High Five der Katze entgegen gehalten. Anstatt nun ihr die Pfote dort ablegen zu lassen, entziehen sie ihr die Hand und sie wird den Tatzenhieb ins Leere machen. Daraufhin folgt gleich die Belohnung. Die Übung muss öfter wiederholt werden, bis sie mit der winkenden Hand verknüpft wird. Beim Trainieren empfiehlt es sich, nicht das High Five, Pfote geben und Winken hintereinander zu üben, da die Katze so durcheinander kommt und wohlmöglich die anderen Übungen falsch anlernt oder verlernt.

 

Steigerung:

Wechsel der Pfoten

 

 

 

Nase

Dieser Trick ist niedlich und sehr einfach. Dazu wird die Katze gerufen, bis sie aufmerksam uns in die Augen blickt. Dann nimmt man eine Belohnung und haltet sie vor die eigene Nase. Die Katze wird natürlich kommen um es sich zu holen. An dieser Stelle wird die Katze belohnt. Man kann dies Wiederholen und das Wort "Nase" oder "Wo ist meine Nase?" einbauen.

Irgendwann sollte erst mit dem Finger auf die Nase gezeigt werden und dann gewartet, ob die Katze verstanden hat, dass die zur Nase kommen soll. Den Finger am Anfang bei der Nase lassen und erst belohnen, wenn Nase-an-Nase-Kontakt war.

Dieser Trick lernt sich eigentlich sehr schnell.

 

Erweiterung:

Wenn die Katze gern schmust, kann man auch Wange-an-Wange machen.

 

Training mit Hilfsmitteln

Ball und Becher

Becher:

Dafür eignen sich Tassen, nicht zu tiefe Gläser und auch Pappbecher je nach Übung.

 

Ball:

Es muss ein weicher Ball sein, den die Katze gut greifen kann. Wir nutzen dafür einen aus Alufolie zusammengeknüllten Ball. (Es gibt viele die sagen, Pfoten weg, aber das bezieht sich darauf, dass die Katze nicht draufbeissen oder gar etwas davon fressen soll)

Sollten zu viele Bedenken sein, so geht auch eine Stoffkugel, Papierkugel oder vergleichbares.

 

Ball aus dem Becher holen

Das lieben Katzen sowieso, auch ohne Training.

Dazu muss der Ball im Becher sein und man hält oder stellt dies der Katze hin. Wenn die Katze den Ball herausgeholt hat, wird belohnt.

Man kann wahlweise ein akustisches Signal wie "Schau", "Hol", "Ball" oder anderes einsetzen.

 

 

Es klappt nicht? Eine Stufe leichter:

Anstatt des Bällchen ist das Leckerli selbst im Becher. So lernt die Katze, was die Aufgabe ist: Es rauszuholen. Wenn so begonnen wird, muss die Katze erst lernen, dass sie den Ball holen muss, bevor es Belohnung gibt, daher etwas geduld haben.

 

Eine Stufe schwerer

Nehmen Sie dazu ein ganz kleines Gefäß und einen winzigen Ball. Sollte die Katze die Lust verlieren, dann lieber nochmal die normale Variante wiederholen. Nicht nach einem Misserfolg das Training beenden.

 

 

Katzen-Kick

Beim Spiel verwendet die Katze die Pfote zum kicken eines Bällchens oder Spielzeug. Mit dieser Übung soll genau dieses natürliche Verhalten angesprochen werden.

Seien sie nicht ungeduldig und fangen sie in kleinen Schritten an.

Der Ball wird vor die Katze gelegt. Zeigt sie Interesse, in dem sie hinpfotelt, wird sofort belohnt. Das wäre der erste Schritt. Wenn der Ball spannend genug ist, deuten sie mit dem Zeigefinger auf den Ball und sagen "Kick" (oder "Tritt") Pfotelt die Katze den Ball wird sie sofort belohnt und gelobt. Der Ball darf am Anfang nicht zu weit entfernt von der Katze sein, sie versteht sonst nicht, was gewollt ist und denkt, sie muss einen anderen Trick "abspielen".

 

Steigerung:

Wenn das schon gut klappt kann man den Ball etwas weiter entfernen, wieder hindeuten und "Kick" sagen.

 

Tipp:

Verwenden Sie mal ein Spielzeug-Auto anstatt des Bällchens

 

 

Streichel das Plüschtier

Kann die Katze den Begriff "Kick" ist diese Übung sehr einfach.

Man ersetzt den Ball durch ein Plüschtier und gibt das Kommando "Kick". In diesem Fall wird die Katze wahrscheinlich die Pfote auf das Plüschtier legen. Man muss hier wenig mit der Größe aufpassen, weil sonst das Kuscheltier einfach umgeworfen werden könnte. Es ist also ein bisschen üben angesagt, aber dann ist der Trick schnell gelernt.

 

  

 

Wippe

Die Bewegung des Kicks lässt sich vielseitig einsetzen. Das kommt auch auf die zur Verfügung stehenden Objekte an. MIt einer kleinen Hamsterwippe lernt die Katze auch den Kick auszuführen. Zu Beginn sollten Sie, wenn die Katze gerade aufmerksam daneben sitzt, die Funktion der Wippe zeigen, in dem diese auf und ab bewegt wird. Die Katze wird aus Neugierde vielleicht direkt danach pfoteln. Dann kann sie gleich belohnt werden. Auf diese Weise wird das Interesse für die Wippe gewonnen. Anschließend wird mit dem Finger auf die hohe Stelle der Wippe gedeutet und "Kick" gesagt. Ziel ist es, dass die Katze begreift, dass ein Kick nicht nur von rechts nach links, sondern auch von oben nach unten sein kann. Wiederholen Sie die Übung immer wieder, allerdings auf der gleichen Seite.

 

Steigerung:

Die Katze soll abwechselnd immer die hohe Stelle nach unten drücken.

 

 

Merkübung

Um der Katze etwas Übung im Merken zu vermitteln gibt es eine simple Übung.

Dazu werden zunächst 2 Pappbecher (oder Einwegbecher, Hauptsache leicht) und Belohung benötigt.

Zeigen Sie der Katze die Belohnung, legen diese auf den Boden und stülpen sie einen der beiden Becher darüber, der andere leer daneben. Nun wird die Katze versuchen den Happen zu holen.

Üben Sie erst auf diesen einfachen Niveau.

Dabei werden Sie schnell feststellen, dass die Katze anders als der Hund auf die Nase vertraut, sondern gern das nächstbeste oder den zuletzt abgestellten Becher anvisieren.

Diese Übung sollte nicht zu oft wiederholt werden. Maximal 5x ist völlig ausreichend. Die Katze verliert schnell die Konzenrtration.

 

Erste Steigerung:

Sie können die Becher wechseln und die Belohnung am gleichen Fleck liegen lassen. Oft lässt sich die Katze durch das Becher wechseln schon ablenken und greift zum falschen Becher.

Dann bitte nicht die Katze per Ausschlussverfahren weitersuchen lassen, sondern nochmal von vorn beginnen und beide Becher kurz hoch heben und wieder senken.

Sinn der Sache ist, dass die Katze beobachtet und aufmerksam bleibt.

 

Zweite Steigerung:

Der Platztausch der Becher mit Inhalt. Bitte am Anfang immer nur einen Tausch machen und ihn immer gleich drehen. Erst später die Drehrichtung ändern und die Position der Belohung.

 

Dritte Steigerung:

Drei Becher kommen ins Spiel. Auch hier sollte zuerst wieder ohne Plätzetausch angefangen werden.

 

Hinweis

Diese Übung ist nicht für jede Katze geeignet. Es kann durchaus sein, dass sich manche Katzen nicht für sowas begeistern lassen 

Cat-Dancing für Anfänger

Was Hunde beim Dogdancing alles so machen, das kann unsere Samtpfote doch genauso - gesagt getan und hier sind erste Schritte dazu.

 

Besonders geeignet für Stubentiger, die eher "Macher" als "Denker" sind.

 

 

 

Die Katzen-8

Sie stehen breitbeinig und Ihre Katze läuft eine 8 durch die Beine.

 

Die 8 ist für den Anfang einfacher zu erlernen, da man selbst stehen bleibt und nur die Katze sich bewegt. Gehen, während die Katze durch die Beine läuft, kann sie am Anfang sehr irritieren oder sogar einschüchtern. Eine gebeugte Körperhaltung über das Tier löst unweigerlich eine Bedrohung aus, welche evolutionär begründet ist. Sie dürfen daher nicht zu forsch sein.

 

Rufen Sie die Katze zu sich. Sie soll möglichst immer am gleichen Fleck mit dem gleichen Ritual starten, beispielsweise außen neben Ihren rechten Fuß und sitzend.

Zeigen Sie, dass sie etwas in der Hand halten. Die Katze soll der Hand nachlaufen. Greifen Sie mit einer Hand von hinten durch die Beine und locken die Katze von vorn zwischen die Beine durch und um das zweite Bein herum. Hier können Sie nach dem ersten Erfolgsziel schon pausieren und belohnen. Der zweite Schritt folgt dann spiegelverkehrt und die Katze ist wieder an der Startposition angelangt.

 

Die Übung geht sehr schnell und leicht. Hier sollte man es nur nicht übertreiben. 2 Wiederholungen reichen fürs erste.

Ziel ist es, dass die Katze die Schleife von alleine läuft. Dazu bedarf es viele Wiederholungen und Geduld.