Unser Training - für Fortgeschrittene

Überfordern Sie die Katze nie. Kein Training sollte länger als 10 Min dauern, besser ist kürzer und dafür öfter. Die Katze ist kein Hund, die Kommandos aus Hingabe oder Unterwürfigkeit macht. Sie muss mit Futter motiviert werden. Sollte die Katze dazu neigen im Training vermehrt wo anders hinzusehen oder wegzugehen ist sie überfordert und es muss aufgehört werden.

Auch kann Gähnen oder Lecken ein Zeichen von Stress sein, welche nicht übersehen werden dürfen.

Sollte die Katze hingegen während des Trainings schnurren, hat sie großes Gefallen. Nur in seltenen Fällen kann Schnurren aber auch Stress heißen. Sie müssen lernen die Katze einschätzen zu können. Daher lieber kürzer als länger üben.

 

 

Platz

Platz ist eine Übung, die bei uns lange gedauert hat, bis sie klappte. Geduld ist angesagt und häufige Wiederholungen.

 

Wenn die Katze sitzt, hält man das Leckerli vor sie auf den Boden. Sie wird den Kopf nach unten bücken um zu fressen. Das ist der Moment "Platz" zu sagen. Die Belohnung bekommt sie jetzt noch nicht. Stattdessen ziehen sie diese langsam über den Boden von ihrem Kopf nach vorne weg. Folgt sie mit dem Kopf, wird sie belohnt. Das ist der erste Schritt.

Dann wird dies wiederholt bis zum wegziehen. Führen sie nun die andere Hand vorsichtig auf den Katzenrücken, damit sie nicht erschreckt. Sie müssen die Katze nicht streicheln oder sie niederdrücken, sondern ihr nur einen Stubs von oben auf den Rücken geben. Ebenso ist denkbar, das Leckerli in der Hand zu behalten und die Hand zu schließen und zu warten, was die Katze macht.

Wie sie diesen Weg auch angehen, irgendwann legt sich die Katze hin und dann wird wieder belohnt.

 

 

Sitz mit Bleib

Ein häufiger Befehl bei Hunden, den die Katze ebenso lernen kann.

Stehen sie vor der Katze und geben das Kommando "Sitz". Nun wird noch nicht belohnt. Gehen Sie einen Schritt zurück und sagen dabei "Bleib". Als Handzeichen kann man die offene Handfläche zeigen oder beide Zeigefinger erhoben, je nachdem.

Fangen Sie an mit drei bis fünf Schritten rückwärts und behalten sie die Katze im Auge. Dann halten und ohne langes Zögern rufen "Komm" und zeigen ihr Leckerli. Die Katze kommt und wird sogleich belohnt.

Diese Übung muss mit Ruhe und ohne hektischen Bewegungen angefangen werden.

 

Steigerung:

Beim Bleib, drehen Sie sich um (von der Katze weg) und gehen normal weg.

 

Profi-Steigerung:

Gehen Sie beim Bleib in ein anderes Zimmer und rufen von dort aus das "Komm".

Oder führen Sie die Übung mit dem Kommando "Platz "anstatt "Sitz" durch.

 

 

Pfote geben

Katzen reagieren unterschiedlich auf Berührungen. Das Festhalten eines Körperteils ist ihnen meist unangenehm und sie legen den Rückwärtsgang ein. Diese Übung könnte daher noch etwas mehr ausgefeilt werden. Wenn die Pfote der Katze problemlos vorsichtig in die Hand genommen werden kann, können sie auf den unteren Weg verzichten. Dann reicht es, die Pfote zu nehmen und dabei zu belohnen.

Die Schwierigkeit besteht mehr darin, dass die Katze eigentlich die Pfote in die dargebotene Handfläche legen soll. Hier eine kleine Abwandlung davon.

 

Die Katze sitzt. Wir nähern uns mit einer Hand, die Innenseite nach, unten der Katze. Die Hand wird waagerecht zur Brust der Katze geführt und leicht mit der Handkante dagegen gestupst. Es kann sein, dass die Katze aufsteht und zurückweicht. Nicht zu schnell und zu viel auf einmal erwarten.

Ziel ist es, dass die Katze die Pfote hebt und auf den Handrücken legt, dann wird sie belohnt.

 

Dies kann viel geübt werden, bis man dann die Hand richtig herum gegen die Katzenbrust stupsen kann. Am Anfang ist es meistens der Katze äußerst unangenehm, dass ihre Pfote festgenommen wird und sie "gefangen" ist. Der Freiheitsdrang ist eben groß.

 

Steigerung:

Abwechslung von rechts und links mit den Kommandos "Pfote links" und "Pfote rechts"

 

Die Katze wird erschossen

Dieser Trick verlangt etwas Fingerspitzengefühl. Maui hat ihn wie so oft durch Zufall gelernt.

Bei uns funktioniert er soweit, dass er sich auf Kommande hinlegt.

Die Katze sollte dazu sitzen. Der Befehl "Peng" wird gegeben, indem man die Hand zur Pistole formt und mit dem Zeigefinger in die Seite der Katze tippt. Daraufhin soll sie sich hinlegen.

 

Am besten man beginnt damit, dass man immer wieder den ersten Schritt wiederholt:

Es folgt das Kommando "Peng" und die Katze wird sanft mit der flachen Hand an der Seite auf den Boden gedrückt. Es ist so ein bisschen als ob man die Katze nur ein wenig streicheln muss, dann lässt sie sich ohnehin hinplumpsen. Danach erfolgt sogleich die Belohnung.

 

Dies braucht viele Wiederholungen bis die Katze das Peng mit dem Hinlegen verknüpft. Durch das Warten nach den Penk entsteht eine kurze Denkpause. Oft ist vorgekommen, dass unser Kater nach neuen oder anderen Befehlen sich hinlegt, weil er diese Pause an dieser Stelle wieder erkennt.

 

Profi-Steigerung dazu:

Beim "Peng" braucht die Katze nicht berührt werden

Die Katze legt sich nach dem Hinlegen auf den Rücken und verweilt dort

 

 

Rolle

Die Rolle ist eine Weiterleitung der erschossenen Katze oder nach Platz und recht einfach.

Wenn die Katze noch auf der Seite liegt, muss man ihr jediglich ein Leckerli vor die Nase halten, damit sie sich über den Rücke auf die andere Seite rollt und anschließend aufsteht.  

Katzen können dabei auch ein Handsignal bekommen, welches Sie zum rollen animiert.

 

 

 

 

Trainingsauflockerung: Wurfspiel

Um das Training aufzulockern, kann man der Katze ein Spiel anbieten und dieses ins Training einbauen.

Nachdem Katzen gerne bewegliche Dinge verfolgen, verfolgt sie genauso gern ein geworfenes Leckerli. Dieses Spiel schärft die Sinner der Katze, aber auch Konzentration und Aufmerksamkeit werden wach.

Man kann der Katze als Vorbereitung vor dem Wurf ein Wort anbieten, wie beispielsweise "Achtung". Ist sie aufmerksam, so wird geworfen und die Katze hetzt hinterher. Je öfter die Katze das Aktionswort zuvor hört, umso schneller ist sie startklar.

Hat die Katze ihre Beute verspeist können sie sofort wieder das Wort rufen und werfen.

Sollte die Katze die Belohnung nicht finden, so haben Sie Geduld. Veraten Sie den Ort nicht. Warten Sie ohne Kommentar und Gestig ob die Katze nicht erneut beginnt zu suchen und selbst das Erfolgserlebnis hat. Ansonsten kann auch ein weiterer Happen in die gleiche Richtung geworfen werden und beim Finden helfen.

 

Steigerung:

Werfen Sie zwei Happen auf einmal und lassen die Katze suchen.

 

 

Komm, Stopp

Dies ist eine Weiterleitung vom Wurfspiel.

Wenn die Katze gerade entfernt ist kann ihr ein Handsignal gezeigt werden und das Kommando "Komm" dazu gesagt werden. Als Handsignal eignet sich gut eine leere offene Hand die gehalten wird, als läge auf ihr etwas.

Wenn die Katze im Kommen ist, wird die Hand abrupt erhoben und der Katze die flache Hand entgegen gehalten. Dazu sagt man ein deutliches "Stopp". Wenn die Katze bereits ein Aktionswort wie "Achtung" gelernt hat, wird sie das Stoppsignal schnell wahrnehmen und stehen bleiben.

Hat die Katze richtig angehalten, kann man ihr zur Belohnung sodann einen Happen hinwerfen.

 

Steigerung:

Wenn die Katze stoppt kann noch der Befehl "Sitz" hinzugefügt werden. Danach wieder die Belohnung folgend.

 

 

 

 

 

 

Gegenstand hoch heben

Dieser Trick entstand durch Beobachtung. Maui entdeckte einen Apfel in der Plastikbox unserer Ökokiste und tatzte ihn an. Erstaunlicherweise hob er auf einmal mit den Krallen den Apfel hoch und ließ ihn in einen Karton innerhalb der Box fallen. Ein neuer Trick war geboren.

 

Einen Gegenstand hochheben lernen dauerte danach keine 2 Minuten.

Hier mögliche Trainingsansätze:

 

Benötigte Gegenstände:

Ein Stoffball, z..B. einen Tennisball oder noch besser einen Hacky Sack. Alternativ ein kleines Plüschtier. Daneben noch eine flache Schachtel, wie z.B. den Deckel einer Schuhschachtel.

 

Der Ball wird in die Schachtel gelegt. Wenn das "Kick" schon gut drin ist, wird die Katze zu erst dieses Verhalten anbieten. Die Katze sollte an dieser Stelle für das Interesse am Gegenstand belohnt werden. Sinnvoll ist es hier ein neues Wort einzuführen, damit die neue Bewegung nicht mit Kick verwechselt werden kann wie z. B. "heben", "hoch" oder anderes.

Die Katze sollte ermutigt werden, mit dem Ball etwas auszuprobieren. Sollten sich noch keine Erfolge einstellen, dann eine Übung durchführen, um ein Erfolgserlebnis zu erhalten. Beim nächsten Training einen neuen Versuch starten oder:

 

Etwas einfacher:

Der Trick "Ball aus den Becher holen" üben und dann auf den größeren Ball und einer anderen Schachtel umsteigen.

 

Steigerung:

Die Katze kann den Ball nicht nur rausholen sondern auch wieder in die Kiste heben.